WAS KÖNNEN WIR VERÄNDERN?

Enorme Müllberge, weggeworfene Lebensmittel, schwindende Diversität und soziale Ungerechtigkeiten: Viele Missstände auf der Welt sind auf exzessives Konsumverhalten zurückzuführen. Massen an Waren werden nur kurz genutzt, sind mit Sollbruchstellen versehen und oft fehlt es an Recyclingmöglichkeiten. Dabei ist unendliches Wachstum auf einem begrenzten Planeten nicht möglich.

Seit den 1950er Jahren wird die Idee des unendlichen Wirtschaftswachstums propagiert. Die wachstumsorientierte Wirtschaftsweise führt uns allerdings auf direktem Wege in eine ökologische Katastrophe: Klimawandel, Umweltverschmutzung, Artensterben und Pandemien gehören zu den Folgen. Aus diesem Wissen heraus sind wir auf ständiger Suche nach alternativen Möglichkeiten auf andere Weise zu Wirtschaften. Mittlerweile sind viele interessante Ideen entstanden, viele von den Lösungsansätzen sind zwar nicht neu, sie erleben aber in Zeiten in denen wir vor enormen ökologischen Katastrophen stehen eine Revolution.

Dieser Film ist ein Teil meines Workshops „Wo sind die Grenzen des Wachstums“ für die Open School 21 und soll kurz die alternativen Wirtschaftskonzepte vorstellen. In dem Workshop erfahren Schüler_innen Gründe und Folgen eines verschwenderischen Konsumverhaltens und werden dazu eingeladen, verschiedene Perspektiven auf ihre Welt einzunehmen. Dabei spielen vor allem Ressourcenverteilung, Gerechtigkeit und die eigenen Bedürfnisse eine große Rolle. Zum Schluss werden auf Basis der alternativen Ökonomien gemeinsam Handlungsmöglichkeiten diskutiert.

In unserem Café „In guter Gesellschaft“ fokussieren wir uns auf „Zero-Waste“, also auf müllfreie Gastronomie (die gute Gesellschaft ist aber auch ein Veranstaltungsort für Workshops, Treffen und Events für alle Themen der Nachhaltigkeit). Zu Hause lebe ich nicht ausschließlich Zero-Waste, zum Einen komme ich oftmals an meine Grenzen, zum Anderen kombiniere ich lieber aus vielen verschiedenen nachhaltigen Handlungsmöglichkeiten, denn so kann ich alle meine Lebensbereiche ökologisch und vor allem kostengünstig gestalten. Ein einfaches Beispiel dafür ist das Thema Lebensmittelrettung: Lebensmittel vor dem Wegwerfen zu retten mache ich sehr gerne, ich spare Geld und ich reduziere die Lebensmittelverschwendung, allerdings sind diese Lebensmittel oftmals in Plastik verpackt, ergo würde das meinem Zero-Waste Lebensstil widersprechen.

Das Eine darf das Andere aber nicht ausschließen, es ist vielmehr ein Zusammenspiel vieler Komponenten, vieler kleiner Lösungsansätze die das eigene Leben noch nachhaltiger machen.

Den Teilnehmer_innen meines Workshops „Die Grenzen des Wachstums“ versuche ich auch möglichst viele Möglichkeiten des Handelns aufzuzeigen. Seit über 5 Jahren bin ich mit diesem Workshop in verschiedenen Schulen in und um Hamburg gewesen und auch in verschiednen Organisation und Unternehmen. Jedes mal ist die Gruppe komplett anders und sehr divers, deshalb müssen die Lösungsansätze auch vielfältig sein. Je nach Hintergrund, Alter oder Interessen der jeweiligen Teilnehmer_innen soll jeder Möglichkeiten für sich entdecken können und sich angesprochen fühlen. Diese Vielfalt der Themen möchte ich über diesen Blog an dich weitergeben. Ich hoffe auch Du findest viele Handlungsmöglichkeiten, die dein Leben nachhaltiger machen.

Eine kleine Anekdote:

Einmal habe ich es nicht geschafft meinen Workshop auf mein Publikum auszurichten. Ich wurde mit meinem Workshop von dem Studienbegleitprogramm für Studierende aus Afrika, Asien und Lateinamerika (STUBE) gebucht. Aufgrund von Hektik wurde ich nicht genau über die Teilnehmer_innen informiert, nur dass ich den Workshop auf Englisch halten soll. Als ich am Zielort angekommen bin stand ich vor einer Gruppe Studierender aus dem globalen Süden aus dem Masterstudiengang Nachhaltigkeitswissenschaften. Ich kam mir zu erst ziemlich dumm vor, zwar führe ich voller Freude einen Fachdiskurs zu Nachhaltigkeit, allerdings hatte ich meinen Workshop für die Schulklassen 9-12 und Berufsschüler_innen konzipiert. Zudem richtet sich der Workshop an die 20 % der Erdbevölkerung die die Umweltschäden verursachen, also an die Menschen des globalen Nordens, die der Hyper-Konsum-Kultur angehören. Nun ja, dachte ich mir, mit diesem Wissen kann ich die Teilnehmer_innen zumindest darauf vorbereiten, dass ICH nicht gut vorbereitet bin. Ich habe also genau das offen auf den Tisch gelegt und es kam ganz anders als ich erwartet habe: Die Teilnehmer_innen haben meine Perspektive (globaler Norden) auf die globale Problematik verstehen wollen. Sie waren offen, haben voller Enthusiasmus an dem Planspiel teilgenommen (dabei war die Perspektive noch egal) und vor allem waren sie begeistert, dass wir „unser“ Problem erkannt haben. Wir haben den Workshop um eine Stunde überzogen, weil wir leidenschaftlich über die globalen Probleme aus tatsächlich verschieden globalen Perspektiven in einem Raum diskutieren konnten. Genau solche Momente machen das Thema Nachhaltigkeit so wunderbar:

Es betrifft uns alle und wir können uns alle vereinen und gemeinsam handeln, jeder lokal und auf seine Art, wir empfinden uns in diesen kurzen Moment endlich als Bewohner eines Ortes: der Erde.

Wenn du selber auch gerne mehr über Nachhaltigkeit und Handlungsmöglichkeiten erfahren möchtest, schaue dir mein Seminar „Becoming a Sustainability Pro“ an. In dieser Fortbildung lernst du die Probleme, Lösungen und Prinzipen im Bereich Nachhaltigkeit kennen. Du erwirbst ein breites und tiefgehendes Wissen über Nachhaltigkeit und kannst dieses nicht nur in deinem Alltag nutzen, sondern auch professionell einsetzten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ähnliche Werke

Head, Heart, Hands

Arbeit ist Arbeit und danach kommt Freizeit, oder warum fühlt sich das nicht zufriedenstellend an?

Natur und Mensch

Die Zerstörung unseres Zuhauses, von dem wir als Lebewesen abhängig sind, ist ein wesentlicher Grund, die Natur zu schützen. Ein anderer ist aber unsere emotionale und psychologische Abhängigkeit von der Natur.

Zero-Waste kochen

Abfall- und Plastikvermeidung in der Küche, ist eigentlich die einfachste Form der Abfallvermeidung, denn frisch gekochtes und zubereitetes Essen, vermeidet bereits viel Verpackungsmüll.